Nachdem das Stadtmuseum in Witten geschlossen war, welches ich ursprünglich besuchen wollte, fuhr ich zur Monet Ausstellung nach Wuppertal weiter. Ich hatte Glück, die Ausstellung war zwar gut besucht, es gab an der Kasse keine Wartezeit (12,- € Eintritt). Es hat ja schon verschiedene Monet Ausstellungen in Westdeutschland gegeben, die immer ein Publikumsmagnet darstellten. Die Wuppertaler Ausstellung im VON DER HEYDT-MUSEUM mit ihren 100 Exponaten ist didaktisch außerordentlich gut aufgebaut. Die Ausstellung beginnt im 2.OG in einem zurückliegenden Saal, wo eine Text- und Bildeinführung zu dem Künstler Monet gegeben wird. In den anschließenden Sälen wir die Schaffensperiode chronologisch abgearbeitet, immer versehen mit Kurztexten an den Wänden zu den verschiedenen Perioden. Besonders gut gefallen haben mir die großen Titel-Beschriftungen oberhalb eines jeden Bildes, die man aus jeder Entfernung lesen kann. So sollte jede Ausstellung präsentiert werden. Dem Besucher sei auch empfohlen vor seinem Rundgang ein Video ca. 45 Min. im 1. OG sich an zu sehen. Die Eigenproduktion des Museums gibt einen hervorragenden Überblick über die Ausstellung und kann für 15,- € erworben werden. Die Ausstellung läuft noch bis Ende Februar 2010.
Freitag, 16. Oktober 2009
Neapelreise mit Dr. Peter Peter
Ich lernte Dr. Peter Peter, Buchautor und Italienkenner, bei einer Lesung in der Buchhandlung Röttges, Herne, im Frühjahr kennen. Er las aus seiner Kulturgeschichte des Essens in Deutschland. Ähnliche Bücher über Kunst und Essen hat Dr. Peter Peter auch über Italien und Sizilien geschrieben. In seiner Einladung spricht er über Neapel als die Stadt der Sinnlichkeit, des Chaos, der Musik und des Mülls, einer ehrlichen Küche und nicht zuletzt der Canzone. Daher haben wir uns direkt für eine acht tägige Slow Food Reise an den Golf von Neapel angemeldet.
Unser Interesse galt dem Essen und der Kultur. Zunächst also das Essen. Die neapolitanische Küche ist eine einfache bürgerliche Küche, die satt macht und weniger aus Finessen besteht. Was sie unschlagbar macht, sind die hervorragenden Zutaten, die Qualität des Fisches und der übrigen Produkte aus der Landwirtschaft. In Süditalien wird weitgehend kleinteilig gewirtschaftet. Die Produzenten legen größten Wert auf hohe Qualität. Massenprodukte kann man im Supermarkt finden. Der echte Neapolitaner kauft in seinem Viertel ein, wo es den Bäcker, Metzger, Gemüse- und Fischhändler noch gibt. Wir haben kein Fleisch gesehen, was in Folie verpackt war. Hier werden noch ganze Hälften zerlegt und verkauft. Auch der Bäcker backt täglich sein Chiabatta, was sich deutlich von der Fabrikqualität unterscheidet. Eine besondere Stärke der Stadt sind die Konditoren und Schokolaterien, die Ihre vielfältigen Produkte in kleinen Mengen von Hand herstellen.
Die Gastronomie ist so unterschiedlich, wie sie nur sein kann. Vom Sternelokal bis zur kleinen Trattoria, wo wirklich die einfachen Leute gut in mehreren Gängen speisen. Hier wird noch nach alten Rezepten gekocht, was nicht unbedingt unserem Geschmack entspricht. z. B. Bruchnudeln mit Kichererbsen, Spagetti ohne Tomaten nur mit Öl und etwas Käse, dieses Gericht ist das Ur-Spagetti Gericht und wird mit den Fingern gegessen. Für uns völlig neu war ein Brotsalat aus altbackenem Brot mit Tomaten und Paprika, Kaninchensalat á la Thunfisch oder Dickmilch mit Zitronenschale, Salz und Pfeffer. Auch die berühmte Fleischsauce wird anders zubereitet: das Gehackte vom Rind wird zusammen mit vielen reifen Tomaten oder Tomatenmark mind. 8 - 12 Stunden eingekocht ohne viele Gewürze. Der Geschmack ist mit den konzentrierten Tomaten eine Einheit. Von dieser Sauce wird nur sehr sparsam Gebrauch gemacht. Die diversen Muschel- und Fischgerichte sind unüberschaubar. Es werden immer ganze Fische verwendet, Fischfilets sind unbekannt. Die Muscheln haben ein Gehäuse, das wird natürlich mit serviert. Alle Fische haben Augen und schauen den Gast auf dem Teller an. Hier scheiden sich die Geister. Mit Augen, Gräten und Schwänzen werden viele Besucher aus Deutschland nicht mehr fertig, man ekelt sich. Natürlich ist man gleichzeitig stolz auf unsere "fortschrittliche" Esskultur. Wir haben es längst verlernt, mit natürlichen Lebensmitteln umzugehen und damit zu kochen.
So macht ein Neapelbesuch glücklich und traurig gleichzeitig, zumal man erkennt, was wir schon nicht mehr haben. Für viele Deutsche ist die wichtigste Information das Preisschild und die Frage, wie viel Arbeit macht das Kochen oder besser gesagt das Warmmachen, was viele schon für kochen halten. Wir waren schon hoffnungslos vom Neapelvirus infiziert. Wir unternahmen z.B. eine kleine Schiffsreise nach Sorent, dem Hauptanzugspol des Tourismus, nur um oberhalb der Stadt auf einem alten Landgut, mitten in Zitronen- und Olivenhainen, ausgiebig zu Mittag zu essen, um dann möglichst schnell wieder aus dem Trubel der Stadt zu verschwinden. Dennoch: eine Pizza kann man in Neapel genauso gut oder schlecht essen, wie hier. Lediglich die frischen aufgelegten Tomaten sind besser. Ob in Neapel immer nur echter Käse verwandt wird, wage ich zu bezweifeln.
Unser Interesse galt dem Essen und der Kultur. Zunächst also das Essen. Die neapolitanische Küche ist eine einfache bürgerliche Küche, die satt macht und weniger aus Finessen besteht. Was sie unschlagbar macht, sind die hervorragenden Zutaten, die Qualität des Fisches und der übrigen Produkte aus der Landwirtschaft. In Süditalien wird weitgehend kleinteilig gewirtschaftet. Die Produzenten legen größten Wert auf hohe Qualität. Massenprodukte kann man im Supermarkt finden. Der echte Neapolitaner kauft in seinem Viertel ein, wo es den Bäcker, Metzger, Gemüse- und Fischhändler noch gibt. Wir haben kein Fleisch gesehen, was in Folie verpackt war. Hier werden noch ganze Hälften zerlegt und verkauft. Auch der Bäcker backt täglich sein Chiabatta, was sich deutlich von der Fabrikqualität unterscheidet. Eine besondere Stärke der Stadt sind die Konditoren und Schokolaterien, die Ihre vielfältigen Produkte in kleinen Mengen von Hand herstellen.
Die Gastronomie ist so unterschiedlich, wie sie nur sein kann. Vom Sternelokal bis zur kleinen Trattoria, wo wirklich die einfachen Leute gut in mehreren Gängen speisen. Hier wird noch nach alten Rezepten gekocht, was nicht unbedingt unserem Geschmack entspricht. z. B. Bruchnudeln mit Kichererbsen, Spagetti ohne Tomaten nur mit Öl und etwas Käse, dieses Gericht ist das Ur-Spagetti Gericht und wird mit den Fingern gegessen. Für uns völlig neu war ein Brotsalat aus altbackenem Brot mit Tomaten und Paprika, Kaninchensalat á la Thunfisch oder Dickmilch mit Zitronenschale, Salz und Pfeffer. Auch die berühmte Fleischsauce wird anders zubereitet: das Gehackte vom Rind wird zusammen mit vielen reifen Tomaten oder Tomatenmark mind. 8 - 12 Stunden eingekocht ohne viele Gewürze. Der Geschmack ist mit den konzentrierten Tomaten eine Einheit. Von dieser Sauce wird nur sehr sparsam Gebrauch gemacht. Die diversen Muschel- und Fischgerichte sind unüberschaubar. Es werden immer ganze Fische verwendet, Fischfilets sind unbekannt. Die Muscheln haben ein Gehäuse, das wird natürlich mit serviert. Alle Fische haben Augen und schauen den Gast auf dem Teller an. Hier scheiden sich die Geister. Mit Augen, Gräten und Schwänzen werden viele Besucher aus Deutschland nicht mehr fertig, man ekelt sich. Natürlich ist man gleichzeitig stolz auf unsere "fortschrittliche" Esskultur. Wir haben es längst verlernt, mit natürlichen Lebensmitteln umzugehen und damit zu kochen.
So macht ein Neapelbesuch glücklich und traurig gleichzeitig, zumal man erkennt, was wir schon nicht mehr haben. Für viele Deutsche ist die wichtigste Information das Preisschild und die Frage, wie viel Arbeit macht das Kochen oder besser gesagt das Warmmachen, was viele schon für kochen halten. Wir waren schon hoffnungslos vom Neapelvirus infiziert. Wir unternahmen z.B. eine kleine Schiffsreise nach Sorent, dem Hauptanzugspol des Tourismus, nur um oberhalb der Stadt auf einem alten Landgut, mitten in Zitronen- und Olivenhainen, ausgiebig zu Mittag zu essen, um dann möglichst schnell wieder aus dem Trubel der Stadt zu verschwinden. Dennoch: eine Pizza kann man in Neapel genauso gut oder schlecht essen, wie hier. Lediglich die frischen aufgelegten Tomaten sind besser. Ob in Neapel immer nur echter Käse verwandt wird, wage ich zu bezweifeln.
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Freitag, 2. Oktober 2009
Slow Food: Mittelalterliches Essen
Auf unserem letzten Schneckentreff am 30-9-09, im Weinrestaurant Julius, diskutierten wir mit Norbert Reuther, freier Archäologe am LWL Museum in Herne, das Thema: „Essen im Mittelalter“. Unsere Runde war diesmal recht überschaubar, um so intensiver war die Aussprache. Der von Hartmut Julius Meimberg servierte Dinkelbrei mit Tafelspitz als mittelalterliches Essen, war excelent und nur auf den ersten Blick typisch für diese Zeit. Reuther bemerkte, bei einer solchen Küche hätte es Spaß gemacht, im Mittelalter zu leben.
Die Vorstellung, die Bevölkerung hätte im Mittelalter geprasst, ist eine Mähr. Im Gegenteil, der normale Mensch, der auf dem Land oder in der Stadt lebte, hatte nur wenig Abwechslung in der Nahrung. Die Normalkost war Getreidebrei, vor allem Haferbrei, oft ohne Salz oder Kräuter/Gewürze. Fleisch gab es nur sehr selten zu besonderen Anlässen. Dann wurde es gekocht, zusammen mit dem Brei und Gemüse und in einem irdenen Topf auf den Tisch für die gesamte Familie gestellt.
Gebratenes gab es nur im höheren Adel und bei reichen Bürgern. Die heute veröffentlichten sogenannten „Mittelalterlichen Kochbücher“ sind eine Erfindung unserer Zeit. Es sind zwar schriftliche Aufzeichnungen aus Klöstern bekannt, die aber nicht vom Volk genutzt wurden. Nur wenige Menschen konnten überhaupt lesen. Das Bild änderte sich im 14 - 15. JH mit der Renaissance, wo von Italien kommend, die Küche sich verfeinerte und Kochbücher für Profiköche sich verbreiteten.
Wer sich für das Thema näher interessiert, dem wird das Heft Nr. 1 von Karfunkel: „Küche im Mittelalter“ empfohlen (€ 8,90).
Die Vorstellung, die Bevölkerung hätte im Mittelalter geprasst, ist eine Mähr. Im Gegenteil, der normale Mensch, der auf dem Land oder in der Stadt lebte, hatte nur wenig Abwechslung in der Nahrung. Die Normalkost war Getreidebrei, vor allem Haferbrei, oft ohne Salz oder Kräuter/Gewürze. Fleisch gab es nur sehr selten zu besonderen Anlässen. Dann wurde es gekocht, zusammen mit dem Brei und Gemüse und in einem irdenen Topf auf den Tisch für die gesamte Familie gestellt.
Gebratenes gab es nur im höheren Adel und bei reichen Bürgern. Die heute veröffentlichten sogenannten „Mittelalterlichen Kochbücher“ sind eine Erfindung unserer Zeit. Es sind zwar schriftliche Aufzeichnungen aus Klöstern bekannt, die aber nicht vom Volk genutzt wurden. Nur wenige Menschen konnten überhaupt lesen. Das Bild änderte sich im 14 - 15. JH mit der Renaissance, wo von Italien kommend, die Küche sich verfeinerte und Kochbücher für Profiköche sich verbreiteten.
Wer sich für das Thema näher interessiert, dem wird das Heft Nr. 1 von Karfunkel: „Küche im Mittelalter“ empfohlen (€ 8,90).
Dienstag, 22. September 2009
Montag, 21. September 2009
Kunstverein Potsdam: Bernd Zimmer
Bernd Zimmer arbeitet seit einiger Zeit auch in Brandenburg, wo er in ländlicher Umgebung ein neues Atelier gefunden hat. Nachdem er seine Cosmos-Serie abgeschlossen hat, hat er in diesem Atelier die Serie REFLEX 2007 begonnen. Er ist durch die Wasserlandschaft und die hiermit verbundene Natur zu dieser Serie angeregt worden.
In dem Kunstverein Potsdam e.V. findet eine Ausstellung mit mittelformatigen neuen Bildern statt. Die Farbskala ist licht und frühlingshaft. Die Schwere seiner früheren Bilder ist verschwunden. Dennoch ist die Handschrift von Zimmer immer klar zu erkennen.
Interessant ist eine Serie von kleinen Skizzen mit Farbfeld-Varianten, die in manchem an Rothko erinnern, dennoch ganz anders sind.
Die Ausstellung läuft noch bis Mitte Oktober. Einen Besuch sollte man nicht verpassen.
In dem Kunstverein Potsdam e.V. findet eine Ausstellung mit mittelformatigen neuen Bildern statt. Die Farbskala ist licht und frühlingshaft. Die Schwere seiner früheren Bilder ist verschwunden. Dennoch ist die Handschrift von Zimmer immer klar zu erkennen.
Interessant ist eine Serie von kleinen Skizzen mit Farbfeld-Varianten, die in manchem an Rothko erinnern, dennoch ganz anders sind.
Die Ausstellung läuft noch bis Mitte Oktober. Einen Besuch sollte man nicht verpassen.
Montag, 7. September 2009
Emil Schumacher Ausst., Hagen
Am Wochenende 29/30. 8. 09 wurde mit einem Stadtfest das neue Emil-Schumacher Museum in Hagen eröffnet. Ich hatte Gelegenheit außerhalb des Trubels am Mittwoch Vormittag das Museum zu besuchen. Es ist neben dem Osthaus-Museum und räumlich verbunden, für 25 Mio. € ein moderner und zweckmäßiger Museumsbau entstanden. Der Kurator Ulrich Schumacher, der Sohn des verstorbenen Malers, hat das Lebenswerk seines Vater in vorbildlicher Weise zusammen gestellt. Über zwei Etagen wird ein kompletter Überblick des künstlerischen Werks von Emil Schumacher gegeben. Nicht nur die vielfach bekannten Materialbilder, sondern auch das komplette Grafikprogramm und Keramiken wird gezeigt. Vermisst habe ich einen Film über die Arbeit und das Leben des verstorbenen Malers (1999). Die Ausstellung ist auf jeden Fall sehenswert, das Museum ist eine Reise wert. (Di-Fr 10-17h, Sa+So 11-18h)
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Sonntag, 6. September 2009
"Alles verspielt" Ausstellung Flottmann Hallen, Herne
Heute wurde in den Flottmann Hallen, Herne, eine Kunstausstellung eröffnet. Die beiden befreundeten Künstler Jochen Ahmann und André Normann zeigen ihre z. T. ähnlichen Arbeiten. Der Titel "Alles verspielt" bezieht sich sowohl auf die Kunst im Allgemeinen, als auch auf die Arbeiten beider Künstler. Es werden Dinge unserer Kultur wie Autos, Flugzeuge, Schiffe u.a. in Form von Kinderspielzeug nachgeformt, um damit ikonenhaften Formen zu entwickeln, die dann ein Thema verschiedener Arbeiten darstellen. Prof. Dr. Ferdinand Ulrich, Leiter der Kunsthalle in Recklinghausen machte diesen Zusammenhang in seiner Eröffnungsrede klar. Auch die zunächst einfachen Darstellungen von Bebilderungen von Kinderbüchern zeigen so betrachtet, den größeren Zusammenhang. Wer sich für Gegenwartskunst interessiert ist ein Besuch empfohlen. Die Ausstellung läuft noch bis zum 18-1-09. Di - So 14 -20 h.
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